Studie der LBS BausparkasseDer große Immobilienatlas - so teuer ist das Wohnen in HamburgVon Steffen Preißler 10. März 2010, 08:36 Uhr In der HafenCity sind Wohnungen 30 Prozent teurer, auch auf St. Pauli ziehen die Preise an. Schanze und Wilhelmsburg sind günstiger.Hamburg. In Hamburg ziehen die Immobilienpreise kräftig an. Innerhalb eines Jahres ist der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen um 8,5 Prozent gestiegen. Das geht aus dem Immobilienmarktatlas der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg hervor. "Einen solchen Anstieg gab es zuletzt Anfang der neunziger Jahre", sagt Ulrike Stüdemann vom Marktforschungsunternehmen F + B, das den Immobilienatlas anhand von Angebotspreisen erstellte.Im Schnitt mussten im Januar 2010 2209 Euro pro Quadratmeter für eine gebrauchte Eigentumswohnung bezahlt werden. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Die höchsten Quadratmeterpreise werden in der HafenCity mit 5243 Euro verlangt. In gefragten Lagen wie Rotherbaum müssen 4193 Euro bezahlt werden. Die Durchschnittspreise finden sich eher in Duvenstedt, Poppenbüttel, Volksdorf und Wellingsbüttel. Die preiswertesten Wohnungen sind im Osten und Süden Hamburgs.Aus Sicht der LBS sind jetzt die Bedingungen für den Erwerb von Wohneigentum besonders günstig. "Die Zinsen befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau", sagt Peter Magel, Vorstandsvorsitzender der LBS Schleswig-Holstein-Hamburg. Auch biete Hamburg ein breit gefächertes preisliches Angebot für jeden Geldbeutel. Gleichzeitig würden aber noch die Vorteile der staatlichen Riester-Zulagen für die Baufinanzierung völlig unterschätzt. "Wir rechnen damit, dass es in den nächsten ein bis zwei Jahren zu jährlichen Preissteigerungen von drei bis fünf Prozent bei den Eigentumswohnungen kommen wird", sagt Magel. Wer vor fünf Jahren eine Eigentumswohnung in Hamburg gekauft habe, könne sich bereits über eine Wertsteigerung von zehn Prozent freuen.Der ungewöhnlich hohe Preisanstieg bei Wohnungen wird auch von anderen Experten bestätigt. "Wir schätzen den Preisanstieg auf sechs bis acht Prozent", sagt Joern-Olaf Ridder vom Maklerunternehmen Grossmann & Berger. "Die Nachfrage ist sehr groß und potenzielle Verkäufer halten sich zurück, weil sie nicht wissen, wie sie den vereinnahmten Kaufpreis wegen niedriger Zinsen und der Unsicherheit an den Finanzmärkten anlegen sollen." Gleichzeitig gebe es aber eine hohe Nachfrage nach Eigentumswohnungen. "Wir werden mit Kaufwünschen überrannt", sagt Ridder dem Abendblatt. Viele Objekte entsprechen aber auch nicht den Vorstellungen der Käufer, was hohe Preisabschläge in einzelnen Stadtteilen erklärt. Kaum gefragt sind kleine Wohnungen von 50 bis 60 Quadratmeter. Dagegen gibt es für Neubauobjekte eine hohe Nachfrage. Sie verzeichnen nach der LBS-Studie einen Preisanstieg von fünf Prozent, im Hamburger Umland sind es sogar sechs Prozent.
Immobilienpreiskarte Wohnungen – Hamburg : Stand Anfang 2010
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Quelle: Hamburger Abendblatt vom 10.3.2010